Oralverkehr: Techniken und gesundheitliche Risiken

Oralverkehr: Definition

Das Wort Oralverkehr (Oral = lateinisch Mund) ist ein Überbegriff für verschiedene sexuelle Praktiken, bei denen zur sexuellen Erregung und Befriedigung des Sexualpartners der Mund, die Zunge, die Lippen oder die Zähne verwendet werden.

Oralverkehr: Geschichte

Die sexuelle Form der oralen Stimulierung wurde schon seit jeher angewandt. Aus altertümlichen Schriften und Bildern ist bekannt, dass bereits die alten Römer damals – ganz gleich, ob die Paare heterosexuell oder gleichgeschlechtlich waren, die orale Befriedigung praktizierten.

Oralverkehr war sogar in Epochen, die als äußerst religiös und sittsam galten, wie es im Mittelalter das stark vom Christentum geprägte Europa war, weit verbreitet. Über die früher angewandten Techniken liegen zwar keine überaus detaillierten Überlieferungen vor, allerdings gibt es heute eine Vielzahl von verschiedenen Methoden und Techniken des Oralverkehrs.

Oralverkehr: Techniken

Die orale Erregung des Mannes (Fellatio)
Diese Praktik der männlichen Befriedigung wird als Fellatio bezeichnet. Hierbei stimuliert die Sexualpartnerin bzw. der Sexualpartner den Penis oder die Hoden. Eine Möglichkeit ist, den Penis teilweise oder nur die Eichel mit den Lippen zu umschließen, dabei zu saugen und gleichzeitig den Kopf auf und ab zu bewegen. Nimmt der Geschlechtspartner den Penis bis tief in den Rachen auf, wird dies als Deepthroat bezeichnet. Weitere Möglichkeiten der oralen Stimulation der männlichen Genitalien sind das Liebkosen der Hoden, wie auch der Dammregion mit der Zunge und den Lippen.

Anilingus (Afterlecken) wird eine andere, etwas seltener angewandte Sexualpraktik genannt, bei der mittels Zunge und Lippen der After und der Analbereich stimuliert werden, wobei auch ein Eindringen in den Anus mit der Zunge stattfinden kann. Diese Form des Oralverkehrs wird von Frauen gegenüber Männern, von Männern gegenüber Frauen, wie auch von gleichgeschlechtlichen Paaren praktiziert. Eine andere Vorliebe, die von manchen Frauen und Männern als sexuell erregend empfunden wird, ist das Liebkosen der Füße bzw. der Zehen mit dem Mund.

Die orale Erregung der Frau (Cunnilingus)
Das Pendant zur männlichen Variante des Oralverkehrs ist die allgemein als Cunnilingus bezeichnete Form zur sexuellen Erregung der Frau. Hierbei werden die Schamlippen insbesondere die Klitoris, die Brustwarzen und auch die Anusregion mit der Zunge, den Lippen sowie auch behutsam mit den Zähnen, durch Lecken, Küssen, Saugen und sanften Knabbern stimuliert. Ganz nach individuellem Wohlgefallen oder Bedürfnis kann das Eindringen der Zunge in die Scheide, sowie das ein- und ausgleiten als sehr lustvoll empfunden werden.

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Oralverkehr und die gesundheitlichen Risiken

Genauso wie beim konventionellen Geschlechtsverkehr besteht auch beim ungeschützten Oralverkehr ein Ansteckungsrisiko für sexuell übertragbare Krankheiten. So ist es ein Trugschluss zu glauben, dass beim unmittelbaren Mundkontakt mit einem Geschlechtsteil keine HIV-Übertragung möglich sein kann. Falls eine Ejakulation im Mund des Partners stattfindet, besteht durchaus das Risiko einer Ansteckung mit dem HIV-Virus, vor allem dann, wenn eine Schädigung der Mundschleimhaut, in Form einer Verletzung oder Entzündung vorliegt.

Weiterhin gibt es Infektionskrankheiten, deren Erreger bereits bei Berührung mit den Schleimhäuten oder mit der Speichelflüssigkeit eine Ansteckung auslösen, wie es bei Hepatitis-Viren (A sowie B) aber auch den Syphiliserregern der Fall ist.

Außerdem wird davon ausgegangen, dass durch Oralverkehr eine Übertragung der humanen Papillomviren (kurz HPV) auf die Mundschleimhaut möglich ist, welche dort die Bildung von Mundtumoren herbeiführen können.

Da es eine ganze Reihe von Viren, Bakterien sowie Pilzen gibt, deren Übertragung bei unzureichend geschütztem Oralverkehr möglich ist, sollte man sich angemessen schützen.

Um sich bei der Ausführung des Oralverkehrs zu schützen und das Risiko einer sexuell übertragbaren Infektion zu minimieren ist bei Frauen der Einsatz eines sogenannten Dental Dams (auch als Intimtuch oder Lecktuch bezeichnet) empfehlenswert, welches auf die Scheide oder den Afterbereich aufgelegt wird. Bei der männlichen Variante des Oralverkehrs reduziert der Gebrauch eines Kondoms das Infektionsrisiko beträchtlich.

Bei Verletzungen oder Entzündungen in der Mundschleimhaut, am Zahnfleisch oder an den Genitalien ist es ratsam, solange diese bestehen, ganz auf den Oralverkehr zu verzichten.

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