Blasenentzündungen nach Operationen vermeiden

Das Auftreten einer Zystitis als Folge eines Blasenkatheters ist keine Seltenheit in der OP-Nachversorgung von Patienten im Krankenhaus. Das Risiko für eine bakterielle Blasenentzündung steigt dabei mit der Dauer der Katheterisierung (weiterführende Informationen). Gerade bei gynäkologischen Operationen, aber auch bei Prostatabehandlungen ist das Legen eines Blasenkatheters für die ersten Tage nach dem operativen Eingriff meist obligatorisch. Welche Maßnahmen können im Krankenhausalltag ergriffen werden, um eine Blasenentzündung nach einer Operation zu vermeiden oder zumindest deren Schweregrad einzudämmen?

Allgemeine vorbeugende Maßnahmen

Neben der Best Practice-Strategie, dass ein unnötiges Legen von Blasenkathetern zu vermeiden ist, sollten auch folgende Punkte im Krankenhausalltag zwingend mit hoher Priorität beachtet werden:

  • Strikte Hygiene beim Legen und Wechseln des Katheters. Hier ist besonders auf eine Keimreduktion zu achten, damit sich diese nicht an der Blasenwand anlagern und eine Zystitis auslösen können.
  • Patientin/Patient ausreichend zu den wichtigsten Grundkenntnissen über einen Katheter informieren und über mögliche erste Symptome einer Blasenentzündung aufklären.
  • Ausreichende Durchspülung verringert die Gefahr einer Anlagerung von Bakterien. Dies kann über zwei Wege erreicht werden:
    • Patienten mit Blasenkatheter sollten angewiesen werden, regelmäßig und ausreichend zu trinken. Eine Überwachung des Trinkverhaltens durch das Krankenhauspersonal sollte dann stattfinden, wenn Patienten nicht aus Eigenantrieb auf eine angemessene Flüssigkeitszufuhr achten.
    • Regelmäßige Spülungen des Katheters mit reinigenden und desinfizierenden Lösungen sollten durch das Krankenhauspersonal erfolgen. Diese Maßnahme sollte jedoch erst nachgelagert ergriffen werden, da sie einen Eingriff in die Intimsphäre der Patientin/des Patienten darstellt.

Das Krankenhauspersonal, vor allem auf gynäkologischen und urologischen Stationen, sollte regelmäßig zur Anwendung und zu den Risikofaktoren von Blasendauerkathetern geschult werden, um die Gefahr der Entstehung von postoperativen Zystitiden möglichst einzudämmen.

Medikamentöse Vorbeugungsmöglichkeiten einer Zystitis durch einen Dauerkatheter

Eine präventive Antibiotikaabgabe nach Unterleibsoperationen ist aus Gründen einer möglichen Multiresistenzbildung nur in Ausnahmefällen angeraten. Neben den oben aufgeführten Maßnahmen können weitere Verfahren ergriffen werden, um Blasenentzündungen vorzubeugen oder diese möglichst im Frühstadium zu behandeln, sodass im Bestfall auf einen therapeutischen Einsatz von Antibiotika verzichtet werden kann.

Harnansäuerung durch L-Methionin

L-Methionin als essenzielle Aminosäure hat eine spezielle Wirkung auf die Blasengesundheit. Sie säuert den Harn stark an und kann daher dazu beitragen, die Anlagerung von Bakterien zu erschweren oder gar zu verhindern, da diese das so entstandene saure Milieu in der Blase nicht ertragen. Medikamente mit L-Methionin können einzeln eingesetzt werden, dann vor allem in der Prophylaxe, aber auch therapeutisch in Kombination mit beziehungsweise zur Unterstützung der Wirkung von Antibiotika.

Cranberry- und Kürbiskernextrakte

Die Inhaltsstoffe von Cranberrys und Kürbiskernen sind für ihre immunstimulierende Wirkung bekannt. Vitamin C und D sowie Proanthocyanidine sorgen somit auch für ein gesundes Blasen-Nieren-System und wirken unterstützend in der Vorbeugung oder Behandlung von Zystitiden. Die Extrakte können vorbeugend, aber auch therapeutisch gegeben werden. Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten sind keine bekannt, daher ist eine Gabe parallel zur indizierten postoperativen Medikation problemlos möglich.

Pflanzliche Medikamente mit Goldrutenkraut, Orthosiphonblättern und Hauhechelwurzel

Phytopharmaka, die Goldrutenkraut, Orthosiphonblätter und Hauhechelwurzel enthalten, können sowohl prophylaktisch als auch therapeutisch bei Blasenentzündungen eingesetzt werden. Die bewährten pflanzlichen Wirkstoffe sind für ihre entzündungshemmende, immunstimulierende und harntreibende Wirkung bekannt. Der Extrakt aus den Orthosiphonblättern erschwert darüber hinaus, analog zu L-Methionin, die Anlagerung von Bakterien an der Blasenwand und kann so vorbeugende Maßnahmen einer Blasenentzündung unterstützen. Präparate wie Aqualibra® können, genau wie Präparate mit dem Wirkstoff L-Methionin, parallel oder unabhängig von einer Antibiotikatherapie prophylaktisch oder therapeutisch gegeben werden. Auch eine längerfristige Einnahme oder ein Einsatz als Kur nach oder während eines Blasenkatheters ist unbedenklich.

Postoperative Zystitiden stellen eine zwar händelbare, für den Patienten jedoch schmerzhafte und unnötige Komplikation nach Unterleibsoperationen dar. Diese sollten daher vermieden werden, vor allem auch im Hinblick auf die Reduktion der postoperativen Medikamentengabe, um den Organismus des Patienten nicht unnötig mit der Gabe von Antibiotika zu belasten und so eine schnelle Genesung und Entlassung zu gewährleisten.

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